Theater Kritiken

Plötzlich schwanger: ein Salon-Traumspiel

Lexikon | aus FALTER 18/13 vom 02.05.2013

Dass einer Frau ein Kind angehängt wird, kommt in den besten Familien vor. Der Fall der "Marquise von O." aber ist komplizierter: Als sie von einem Offizier geschwängert wurde, war Frau von O. ohnmächtig. Sie weiß also nicht, wer der Vater ist. Oder will sie bloß nicht wahrhaben, dass sie sich in einen Vergewaltiger verliebt hat? Der griechische Regisseur Yannis Houvardas bringt Ferdinand Bruckners Kleist-Adaption von 1933 als etwas blutleeres Salon-Traumspiel auf die Bühne. Oliver Masucci als Hauptmann bleckt hauptsächlich die Zähne, Peter Simonischek poltert als strenger Papa durch die Szenen und Andrea Clausen interessiert sich mehr für ihre Hausmusik als für ihre Tochter. Die immerhin wird von Dorothee Hartinger erfrischend handfest interpretiert. Sie ist die Einzige, die nicht so spielt, als hätte man ihr ein ungewolltes Stück angehängt. W K

Akademietheater, 2. und 10.5., 19.30


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