Vor 20 Jahren im Falter  

Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Kumm außa!

Da muss der Publizist Jens Tschebull einen ordentlichen Blödsinn abgesondert haben. Gleich zweimal kamen deswegen das Magazin Profil und dessen traditionell im Falter beliebter Herausgeber dran. Hubertus Czernin wurde in die Mittelposition der Rubrik "Gut - Böse - Jenseits“ eingerückt. Und Werner Vogt legte Tschebull einen Dodsch auf, der noch 20 Jahre später dumpf nachhallt.

"Tschebull Bullshit“ lautet der Titel seiner Polemik, und im Text hieß es: "Nun hat es keinen Sinn, einem Schreiber, der statt des Kopfes einen Kübel Vorurteile auf dem Halse trägt, etwas zu beweisen. Gegen einen Kübel kann man nur ankübeln. Bedenkenswert erscheint mir nur die Frage, was das leitende Jungherrenkomitee von Profil, nach Tschebull nicht minder, heuchlerische Veteranen, die in den Redaktionsstuben recht gut von jener Industriegesellschaft leben, die sie einst zerstören wollten‘, mich interessiert also nur noch die Frage, was den feinsinnigen Hubertus Czernin, den ehemals so streitbaren linken Lackner, den gedienten Hausmann Votzi dazu gebracht hat, den Tschebull’schen Auswurf als, Profil-Essay‘ zu deklarieren. Was wird denn da der Hausphilosoph Rudolf Burger denken?“ Das waren Zeiten und Töne. Vielleicht sind wir alle zu höflich geworden.

Im Politikteil kommentierte Therese Hurch, Richterin am Oberlandesgericht Wien, ein neues Mietengesetz. Ihr Urteil: Ein Jahrhundertgesetz hätte es werden sollen, Leerformeln und Etikettenschwindel kamen heraus.

In der Kultur zeichnete Doris Knecht anhand des wegen Kokainbesitzes angeklagten Konzertveranstalters Wolfgang Bergelt ein Sittenbild der Rockveranstalterszene. Bergelt rechtfertigte sich, er habe das Koks hauptsächlich für die prominente Kundschaft vorrätig gehalten.

Ein Sonderteil widmete sich dem Thema Sicherheit. Wolfgang Lamprecht porträtierte zur Einleitung jenen Polizeipräsidenten Joschi Holaubek, der einst den Stein-Ausbrecher Adolf Schantl mit den Worten "Kumm außa, i bin’s, dei Präsident!“ zum Aufgeben überredete. AT


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