Kolumne  

Hungerstreik in Guantánamo: wieso Europa Obama helfen soll

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Hungerstreiks gibt es in Guantánamo seit den Anfängen des Lagers. Ausländischen Reportern zeigte man vor Jahren noch ungerührt den Stuhl, an dem der Kommandant Hungernde zur künstlichen Ernährung festschnallen ließ.

Aus dem periodisch aufflammenden Protest ist jetzt die größte Widerstandsaktion geworden. Mehr als die Hälfte der verbliebenen 166 Gefangenen verweigern seit Anfang Februar die Nahrungsaufnahme. Mehrere Dutzend werden zwangsernährt. Es kann jeden Tag die ersten Toten geben. Mit unabsehbaren Folgen in der islamischen Welt.

Das wichtigste Symbol der Exzesse des Antiterrorkriegs ist schlagartig wieder ins Zentrum gerückt.

Mit einem Gefängnis außerhalb des Territoriums der USA wollte die Regierung Bush die rechtsstaatlichen Regeln im Antiterrorkampf außer Kraft setzen. Wiederholt widersprach das Oberste Gericht. Barack Obama unterzeichnete das Dekret zur Schließung Guantánamos in den ersten Tagen seiner Präsidentschaft. Aber der Kongress sagte Nein. Passiert ist nichts.

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