Von der Freundschaft zum Ellbogen

Politik | Gespräch: Florian Klenk, Barbara Tóth | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Wo steht die österreichische Gesellschaft 75 Jahre nach Kriegsende? Bundes-präsident Heinz Fischer über Korruption, die gestiegene Qualität der Justiz und die Empörungs-gesellschaft

Früher amtierte hier ein Bundespräsident, der die Medien scheute. Fragen musste man einreichen. Interviews gab es für den Falter nie. Nur der Krone-Chef bekam den Guglhupf serviert.

Heinz Fischer ist das Gegenteil von Thomas Klestil. Er wirkt gut gelaunt, aber ernsthaft. Er nimmt sein Amt wichtig, aber nicht sich selbst. "Stellen Sie sich her wie Staatsgäste“, scherzt Fischer während des Fotoshootings und zupft die Redakteure am Ärmel. Er nimmt sich mehr als eine Stunde Zeit für dieses Gespräch über den 8. Mai, die roten Linien der Republik und die Neid- und Erregungsgesellschaft, die Transparenz oft auch mit Schnüffelei verwechselt.

Falter: Herr Bundespräsident, der 8. Mai wird europaweit als Tag der Befreiung vom Nazi-Regime gefeiert. Dennoch dauerte es bis 2012, bis sich die Regierung zu einem


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