Heimat bist du großer Sühne

Politik | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Bis heute heißen Straßen nach Menschen mit dunkler Vergangenheit. Soll man sie umbenennen?

Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa hat ihn, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker hat ihn, und 2007 bekam ihn mit der Ökonomin Maria Schaumayer erstmals eine Frau: Seit 1965 vergibt die ÖVP den Großen Leopold-Kunschak-Preis, benannt nach ihrem ersten Parteichef. Noch heute zählt Kunschak zu den bedeutendsten Politikern der schwarzen Parteigeschichte. Was die ÖVP nicht gerne hört: Leopold Kunschak war ein bekennender Judenhasser.

Was die SPÖ nicht gerne hört: Auch von Karl Renner, nach dem die politische Akademie der SPÖ benannt ist (Renner-Institut), sind antisemitische Aussagen überliefert. Als die Wehrmacht in die Tschechoslowakei einmarschierte, stellte sich der deutschnationale Renner hinter Adolf Hitler. Für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich sprach er sich gleich zwei Mal aus. Freiwillig.

Österreichs Geschichte ist belastet und die der großen Parteien ist es ebenso.


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