Nachgetragen  

Politik | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Fall Kartoglu: "Beamtengroteske“ um eine Staatsbürgerschaft

Nina Horaczek

Es sind 184 Kilometer zwischen Wien und Linz. Für Beamte, so zeigt der Fall Kartoglu, anscheinend eine unüberwindliche Distanz.

Wie der Falter vor kurzem berichtete, wartet Ikbal Kartoglu, die 1985 in Österreich als Tochter türkischer Eltern zur Welt kam und 1993 mit ihren Eltern die österreichische Staatsbürgerschaft annahm, seit eineinhalb Jahren vergeblich darauf zu erfahren, ob sie noch Österreicherin ist.

Im November 2011 teilte ihr das österreichische Generalkonsulat in Istanbul mit, dass gegen sie ein Feststellungsverfahren zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft läuft.

Die Beamten vermuteten, dass Kartoglus Vater, der 1977 als Gastarbeiter nach Österreich kam und 1993 österreichischer Staatsbürger wurde, ein Jahr später wieder die türkische Staatsbürgerschaft angenommen habe. Wer Staatsbürger eines anderen Landes wird, verliert automatisch


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