Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Die Stadt Wien platziert ihre Botschaften nicht nur in Form von Inseraten im Herz der Bürger, sondern auch mittels des eigenen TV-Kanals W24. Was kommt dabei heraus, wenn Steuerzahler Privatfernsehen finanzieren? Etwa die Talkshow "Beim Feicht“ (Dienstag, 20 Uhr), wo der Moderator Oliver Feicht Gespräche in lokaler Mundart führt. Die Gäste rekrutieren sich aus jenem Personal, das am Abend bei Juwelierseröffnungen und Charity-Spargelessen zu finden ist. Zuletzt waren der Musiker Andy Lee Lang, die Schauspielerin Corinna Pum und der Schauspieler Albert Fortell im Studio.

Was als "freche, charmante“ Talkshow bezeichnet wird, ist der Versuch, das Gegenüber durch Anzüglichkeiten und peinliche Fragen zu erniedrigen. Das Meidlinger "L“ ist hier weniger Lokalkolorit als ein Phonem, das Humor in Ressentiment verwandelt. "Da A-l-bert Fortell is der europäische Robert Redford, ge-ll.“ Das ist also öffentlich-privates Fernsehen. Na servas!


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