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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Ich bin schockiert. Mittlerweile ist die Terrordatenbank der USA so groß, dass sie 875.000 Namen umfasst. Allein in den letzten fünf Jahren kamen 300.000 Verdächtige auf diese Liste namens TIDE, kurz für "Terrorist Identities Datamart Environment“, hinzu.

Das Problem einer so riesigen Datenbank ist, dass sie total unüberschaubar und ungerecht wird. Das bemängeln auch Experten: Die Liste vermengt echte Terroristen mit Unschuldigen. So stehen etwa die Namen der Kinder potenzieller Verdächtiger darauf oder von Personen, die längst vom Terrorverdacht befreit wurden. Übrigens war seit 2011 einer der mutmaßlichen Boston-Attentäter in der Datenbank vermerkt, allerdings fiel er den Ermittlern gar nicht auf. Es ist der Beweis für eine alte Informatikerweisheit: Unsichtbar wird Information nicht, indem man sie löscht, sondern indem man sie so tief inmitten anderer Information vergräbt, dass sie keiner mehr findet.


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