Technik  

Cardiodock für design-affine iPhone-Hypochonder

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Es soll Menschen geben, die täglich ihren Blutdruck kontrollieren, und zwar nicht weil sie Hypertoniker wären, sondern weil sie unter ausgeprägter Angst vor dem Herzkasperl leiden. Der Hypochonder von gestern hatte natürlich seinen "Riva-Rocci“, also ein Quecksilber-Messgerät mit pneumatischer Armmanschette. Heute braucht es dazu nur ein iPhone - und das passende Zusatzgerät.

Das Cardiodock von Medisana (ab 70 Euro) misst Blutdruck und Herzfrequenz; die entsprechende App speichert die Messwerte und stellt sie grafisch im Zeitverlauf dar. Die Ergebnisse werden per WHO-Klassifikation auch gleich ausgewertet, bei stark schwankendem Blutdruck bildet das Gerät einen Mittelwert aus drei Folgemessungen.

Engagierte Nutzer können mit der App über ihren Blutdruck auch Tagebuch oder Statistiken führen. Zudem lassen sich drei verschiedene Nutzerprofile anlegen, man kann also auch gleich den Blutdruck der ganzen Familie mitüberwachen. Die grafische Nutzeroberfläche ist ziemlich schick designt und lässt sich intuitiv bedienen. Um die Armmanschette kommt der Nutzer allerdings trotz digitaler Technik nicht herum.

Das Cardiodock selbst sieht aus wie eine Ladestation, man muss das Gerät also nicht verstecken. Was allerdings fehlt, ist die direkte Anbindung an soziale Netzwerke: Als zeitgemäßer Hypochonder, der auf Transparenz Wert legt, möchte man seine aktuellen Blutdruckwerte doch gleich auf Facebook posten!

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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