Von Ottakring zum Rathaus

Feuilleton | Reportage: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Die Musikarbeiterinnen von Wien: Unser Autor zog am 1. Mai mit einer Blasmusikkapelle durch die Stadt. Ein Erlebnisbericht

Als Annette Humpe von der Band Ideal Anfang der 1980er den feministischen Song "Rote Liebe“ schrieb, hat sie sich wahrscheinlich auch nicht vorgestellt, dass damit eines Tages eine sehr große Blaskapelle den Vorabend zum Tag der Arbeit untermalt. Genaugenommen gehört "Rote Liebe“ zum Repertoire der großartigen Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot aus Berlin. Die den Berlinern seit geraumer Zeit verbundene Wiener Musikarbeiterinnenkapelle hat die Nummer samt Arrangement und Brüllchor nur übernommen und macht daraus eine Art postsozialistische Kampfnummer. Da passen Rot und Liebe immer gut.

Der gemeinsame Auftritt der beiden Kapellen am 30. April vor der Wiener Staatsoper war nur ein Höhepunkt der heurigen Maifeierlichkeiten. Vielleicht sollte man an dieser Stelle anmerken, dass der Autor dieser Zeilen ebenfalls Musikarbeiter ist und dort Trompete spielt.

Nach


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