"Italien ist ein furchtbares, dunkles Land“

Feuilleton | Interview: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Der Theaterkünstler Romeo Castellucci über die umstrittene Inszenierung, die er bei den Festwochen zeigt

Der italienische Regisseur Romeo Castellucci, 53, ist einer der großen Theaterkünstler Europas. Im August wird ihm bei der Theaterbiennale in Venedig ein Goldener Löwe für sein Lebenswerk verliehen. Die extremen Projekte, die er seit 30 Jahren mit seiner Gruppe, der Socìetas Raffaello Sanzio, entwickelt, gehen oft an die Schmerzgrenze - und manchmal auch darüber hinaus. Unter anderem hat Castellucci mit Bulimikerinnen gearbeitet und sich selbst auf der Bühne von scharfen Hunden anfallen lassen.

Bei den Wiener Festwochen, wo er erstmals bereits 1990 zu Gast war, ist heuer seine umstrittene Inszenierung "Sul concetto di volto nel Figlio di Dio“ ("Über das Konzept des Angesichts von Gottes Sohn“) aus dem Jahr 2010 zu sehen. In der einstündigen Aufführung, eher lebendes Bild als Theaterabend, zeigt Castellucci vor einem riesigen Christus-Porträt einen inkontinenten alten Mann,


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