Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Pop

The Child of Lov: The Child of Lov

The Child of Lov heißt eigentlich Cole Williams, kommt aus Holland und war als Popweltenbummler schon in London und Paris daheim. Damon Albarn von Blur hat seine Finger bei seinem Debüt ebenso im Spiel wie der Rapper Doom; als Manager fungiert Trey Reames, der einst beim Partykommando Gnarls Barkley ("Crazy“) im Hintergrund wirkte. The Child of Lov nähert sich der alten Tante Soul mit den Mitteln des Hip-Hop, wobei ihm das leicht Verschwurbelte lieber ist als der ohrwurmige Kracher. Fehler ist das naturgemäß keiner. (Double Six) gs

Schlager

Dagobert: Dagobert

Schlager? Man könnte auch Chanson oder Liebeslied als Schublade für Dagobert Jäger, den in Berlin lebenden Sänger aus den Schweizer Bergen, öffnen. Aber gefühlsmäßig - und Dagobert besteht nur aus Gefühl - ist sein Debüt im Fach des guten, wahrhaftig gemeinten Schlagerkitschs richtig eingeordnet. Wie der Mann die für ihn Eine und Einzige besingt ("Du bist viel zu schön, um auszusterben!“), muss man gehört haben. Auch wenn die Arrangements sich nicht ganz zwischen geschmackvoll und Trash entscheiden können: ein Album des Jahres. (Buback) sf

Klassik

Arcadi Volodos: Volodos plays Mompou

Sie ist speziell, die Musik des Frederic Mompou. Melancholisch, berührend traurig, schlicht und doch wunderschön. Mal schimmert ein russischer, mal ein französischer Impressionist durch, als habe sich Mompou nicht festlegen wollen. Seine wohl bekannteste Klavierkomposition ist der Zyklus "Musica Callada“. Die Miniaturen sind wie gefrorene Augenblicke; fast scheint es, als würden Raum und Zeit miteinander verschmelzen. Arcadi Volodos spielt leichtfüßig, er ertastet das Unfassbare und lässt die Klänge schwingen, ehe sie sich wieder verlieren. (Sony) mda


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