Der coole Geschmack des Kapitalismus

Feuilleton | Rezension: Joachim Schätz | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Die Polit-Satire "No“ macht sich über die Anti-Pinochet-Kampagne von 1988 lustig

Was wir gleich sehen werden, passt in den "aktuellen sozialen Kontext“, versichert der Werbefachmann seinen Klienten: "Heute denkt Chile an die Zukunft.“

Im Fernsehspot, der so eingeführt wird, nimmt die Zukunft erst einmal die Gestalt eines Erfrischungsgetränks an. Wir befinden uns im Jahr 1988, und das Land, das unter Diktator Augusto Pinochet in den 1970ern zum Testgelände für neoliberale Wirtschaftspolitik geworden war, erlebt einen Wirtschaftsaufschwung, und René Saavedra (Gael García Bernal) ist der Mann, der die Mittelklasse mit den entsprechenden Konsumgütern versorgen soll.

Chiles Zukunft aber meint es wirklich ernst mit dem Werbefachmann: Auf internationalen Druck hin wird eine Volksabstimmung über Pinochets Verbleib im Amt angesetzt, und die Opposition gewinnt den politisch indifferenten René für ihre "Nein“-Kampagne. Schon bald wird das Ende der Diktatur mit denselben aufgekratzten


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