Stadtrand

Was Theorie mit Praxis zu tun hat

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Birgit Wittstock beobachtet, wie in Meidling eine wilde Mülldeponie wächst und gedeiht

Gaudenzdorf hat jetzt seine erste eigene kleine Dritte-Welt-Müllkippe. Und zwar gleich dort, wo die U6 in einem großen Bogen zur Station Längenfeldgasse ausholt. Dort, auf einem Busbahnhof, hat ein privater Müllsammler einen Container aufgestellt; ein Paradebeispiel für die sogenannte Broken Window Theory. Der zufolge verursacht ein einzelnes zerbrochenes Fenster oder ein weggeworfenes Papierl eine Reihe von Zerstörung, Vandalismus und Kriminalität.

In Gaudenzdorf sind es vor allem die Krähen und Raben, die dort randalieren, Müllsäcke aufpicken, herausjausnen und den Dreck über das gesamte Grätzel verteilen. Zumindest waren es die Vögel, die damit begonnen haben. Inzwischen kann man beobachten, wie der Müllberg von Nacht zu Nacht wächst, weil Leute mit dem Auto kommen und ihren Sperrmüll abladen. Gestern kamen nun Arbeiter der Müllfirma, um den Container abzuholen, und was machten sie? Sie warfen alle jene Säcke auf die wilde Deponie, die sich auf dem Container häuften. Aus der Theorie wurde Praxis.


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