Die Netten ins Töpfchen, die Fetten ins Kröpfchen

Stadtleben | Gewissenserforschung: Sibylle Hamann | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Ich bin ein Kind der Alternativbewegung. Dennoch gehen meine Kinder nicht in die Alternativschule. Warum?

Es begann ganz harmlos. "Wir sind jetzt in dieser tollen Alternativschule“, sagte neulich eine Bekannte, nennen wir sie Julia. Ob das nicht auch für uns etwas wäre und unseren sechsjährigen Sohn? Hm. Ich klicke mich durch die Homepage. Klingt super. Alles Montessori, ziemlich teuer, basisdemokratisch, selbstverantwortlich, angstfrei. Es wird gemeinsam geputzt, man isst vegan. Die Kinder auf den Bildern lachen, sie haben Gatsch oder Fingerfarben auf der Haut. Die Eltern der Gründergeneration sind ebenfalls abgebildet, mit Stolz im Blick und zerzausten Haaren, sie tragen Gummistiefel, bauen Mäuerchen und bereiten Mahlzeiten in großen Kesseln zu.

Lauter patente Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Scheiß auf die Obrigkeit, wir machen unser eigenes Ding! Ich erkenne diese Leute. Ich erkenne diese Worte. Es sind meine. Und ich dachte auch, dass es meine festen Überzeugungen


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