Sie dürfen jetzt die Straße betreten

Reportage: Stefan Hayden | Stadtleben | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Den Wienern wird die autofreie Mariahilfer Straße im Probebetrieb schmackhaft gemacht

Einsam staksen zwei Stelzenmänner über den Asphalt, in der Hand einen Strauß gelber Luftballons. Mit der Wandlung der Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone wolle man den Menschen "mehr Platz zum Flanieren geben“, hatte Rüdiger Maresch angekündigt, bevor man diesen Plan vorige Woche drei Tage lang probehalber in die Tat umsetzte. Der Einladung des grünen Verkehrssprechers ist am Freitagnachmittag aber so gut wie niemand nachgekommen.

Kurz nachdem sich die Autofahrer ihrem Schicksal fügen und die 150 Meter lange Fläche zwischen Esterházygasse und Neubaugasse umfahren, gehen die Fußgänger weiter ihre gewohnten Wege auf dem Gehsteig. Nur der eine oder andere Radfahrer flitzt durch die stillgelegte Straße. Journalisten suchen etwas ratlos nach einer Geschichte, Kameras filmen die Leere. Entschleunigung und Ruhe, wie von der Verkehrsstadträtin gewünscht, scheinen hier gelungen, während um die

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