Glamourkatze und Playboykater

Andrew Lloyd Webbers Retrokatzen beenden in Graz ihre erfolgreiche Musicaltour "Cats"

Steiermark | NATHALIE GROSSSCHAEDL | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

war die Uraufführung von Andrew Lloyd Webbers Musical "Cats" in London. Seit damals wurde das Katzenmusical in zwanzig Sprachen übersetzt und in dreißig Ländern aufgeführt. Mehr als 65 Millionen Menschen haben "Cats" weltweit schon gesehen. Was sich nie änderte, war das Copyright auf die Inszenierung der Originalproduktion. Kostüme, Choreografie und Bühnenbild sind gleich geblieben und sehen so aus wie 1981 in London. Kein schlechter Schachzug, denn Andrew Lloyd Webber verdient so bei jeder Aufführung mit.

Austragungsort des Geschehens ist ein 25 Meter hohes schwarzes Theaterzelt, auf dem die bekannten Katzenaugen prangen und mit dem die Musicaltruppe durch Deutschland, die Schweiz und Österreich tourte. Das Besondere am riesigen Zelt ist eine Rundbühne, von der jeder im Publikum ungefähr gleich weit entfernt vom Geschehen sitzt, so können die Katzen geschmeidig in ihren Lycra-Anzügen durch den Zuschauerraum tollen .

Die Geschichte des Musicals spielt auf einem Schrottplatz in London, wo die Katzen aus der Nachbarschaft in einer Vollmondnacht ihren jährlichen Ball abhalten und eine von ihnen zur Reise in den Katzenhimmel auserwählt wird. Die einzelnen Katzencharaktere beginnen sich vorzustellen und ihre Lebensgeschichten zu erzählen: Rum Tum Tugger zum Beispiel, ein echter Rock-'n'-Roll-Kater, der -wie man so schön sagt -"nichts anbrennen lässt" und dem die Katzen reihenweise erliegen. Das Gaunerpärchen Mungojerrie und Rumpleteazer oder die ehemalige Glamourkatze mit ihrem nunmehr verfilzten, struppigen Fell Grizabella, die herzzerreißend das Titellied "Erinnerung" singt. Wer darf am Ende in den Katzenhimmel reisen?

Cats ist nicht nur das erfolgreichste Musical, es zählt auch zu den anspruchsvollsten. Die Rollen sind begehrt, verlangen den Darstellern aber einiges ab. "Sie müssen fit sein wie Profifußballer", sagt Manager Juan Escandell. Die meisten Katzen tanzen und singen quasi ohne Pause auf der Bühne, und das achtmal die Woche. "Wir haben genauso viele Verletzungen wie ein Fußballteam", fährt Escandell fort. Deswegen rüsten sich für jede Vorstellung zu den 23 fixen Katzen auf der Bühne auch zehn Darsteller, sogenannte Springer, hinter der Bühne. Die beherrschen mehrere Rollen und springen bei Verletzungen und Ausfällen ein. Es dauert nicht länger als zehn Minuten, sie auf den jeweiligen Charakter zu schminken. Von all dem bekommt das Publikum aber nichts mit, wenn es fasziniert den tanzenden Katzen zusieht und bei den bekannten Melodien in Erinnerungen schwelgt.


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