Kabarett Kritik

Barockoper als Kabarett: beschlagen &behämmert

LEXIKON : THEATER | PETER BLAU | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Seit 2000 sorgt der Zillertaler Mathematiker und Kleinkunst-Kauz Christoph Krall für die merkwürdigsten Minderheitenprogramme. In "48 v. Chr." bringt er -mit Ursula Schwarz als Korrepetitorin -kenntnisreich und kompromisslos, mit beherzt einstudierten Countertenorarien und Mut zur Peinlichkeit Händels Heldenoper "Julius Caesar" auf die Bühne. Bei Bedarf in Badehose. Oder als "Skyfall" covernde Cleopatra. Dazu gibt es u.a. Dias seines Ägypten-Urlaubs, Bordverkauf antiker Kosmetika und eine statistische Erfolgsanalyse von Gay-Partnerbörsen. Wirkt womöglich wie spekulativer Trash, ist aber in Wahrheit ehrliche Leidenschaft für Barockoper und Blödsinn. Beschlagen, behämmert -und dabei seltsam berührend.

Theater am Alsergrund, Di 19.30


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