Wiener Festwochen

Lexikon | aus FALTER 19/13 vom 08.05.2013

Discurso de un hombre decente (Ansprache eines anständigen Bürgers) Lecture mit Mapa Teatro (Bogota). Das kolumbianische Künstlerlabor Mapa Teatro präsentiert im Rahmen der Performance-Ausstellung "Unruhe der Form" ein Projekt, in dem die Legalisierung von Kokain als Alternative zum "Krieg gegen Drogen" thematisiert wird. Quartier21, Freiraum, Do 20.00 Ich mach die Welt Macht|Schule|Theater. Der Filmemacher Arash T. Riahi und die Jugendtheaterregisseurin Yvonne Zahn haben für dieses Projekt 65 Jugendliche aus zwei Wiener Schulen dabei unterstützt, ihre eigene Form des Protests für den Wandel und gegen alle Missstände zu artikulieren. Borg 23, Mi, Do 19.30 (Bis 24.5.) Julia nach August Strindberg. Cia. Vértice de Teatro (Rio de Janeiro). R: Jatahy B: Lipiani D: Bernat, dos Santos. In portugiesischer Sprache mit dt. Übertiteln. Strindbergs Einakter "Fraäulein Julie" über die Affäre einer höheren Tochter mit einem Bediensteten in einer zeitgenössischen Bearbeitung der Regisseurin/Autorin Christiane Jatahy aus Rio de Janeiro, in der die Bühne zugleich ein Filmset ist. Brut im Künstlerhaus,

Mo, Mi, Do 20.00, Di 20.00 (anschl. Gespräch) Die Kinder von Wien oder Howeverstillalive /Teil I: Story nach Robert Neumann. iffland &söhne /Salon5. R: Krassnigg B: Hofmann M: Mair D: Brix, Gstrein, Kamen, Schmieder, Schwab, Schwanda, Wurawa. Die Wiener Regisseurin Anna Maria Krassnigg (Salon5) bringt den Nachkriegsroman "Die Kinder von Wien" auf die Bühne: Fünf Kinder hausen 1946 in einem Keller -einer Wohngemeinschaft des Schreckens, des Mangels, aber auch der anarchischen Freiheit. (Von 12. bis 14.6. findet im Salon5 der diskursive zweite Teil des Projekts statt.) Expedithalle der ehem. Ankerbrotfabrik, Mi 20.00 (Bis 31.5.)

Die Moskauer Prozesse Lecture mit Milo Rau. Quartier21, Freiraum, Mi 20.00 Randspalte

The Pixelated Revolution von Rabih Mroue (Beirut). In englischer Sprache. Das mehrteilige Projekt des libanesischen Künstlers, Schauspielers, Regisseurs und Dramatikers Rabih Mroué war u.a. bei der Documenta 13 zu sehen. Es besteht aus verschiedenen Installationen, Videoarbeiten und einer Lecture-Performance und widmet sich der Rolle von Social Media, SMS und Handykameras im aktuellen Kontext der syrischen Aufstände. Bei den Festwochen wird "The Pixelated Revolution" im Rahmen des Ausstellungs-Parcours "Unruhe der Form" gezeigt. Mumok -Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, mumok kino, Sa, So 18.15 The Referendum Project Lecture mit Akira Takayama. Der japanische Künstler Akira Takayama präsentiert im Rahmen der Performance-Ausstellung "Unruhe der Form" sein "Referendum Project": Zwei Jahre lang reiste er dafür durch Japan und befragte Tausende Schüler zu ihrer Gegenwart und Zukunft. Quartier21, Freiraum, Di 20.00

Sul concetto di volto nel Figlio di Dio (Über das Konzept des Angesichts von Gottes Sohn) Romeo Castellucci/Socìetas Raffello Sanzio (Cesena). R/B: Castellucii M: Gibbons D: Plazzi, Scarlatella u.a. In italienischer Sprache mit dt. Übersetzung. In seiner zum Teil heftig angefeindeten Inszenierung -mehr szenische Installation als Theaterabend -zeigt der italienische Bühnenkünstler Romeo Castellucci vor einem riesigen Christusporträt einen greisen, inkontinenten Mann, der von seinem Sohn gewickelt wird. Castellucci: "In diesem Stück wird der Blick Jesu zum Scheinwerfer, der die Geschehnisse auf der Bühne in wechselhaftes Licht taucht." Siehe dazu auch das Interview im Feuilleton. Burgtheater, Sa, Mo 19.30, So 19.30 (anschl. Gespräch)

Todo el cielo sobre la tierra: El síndrome de Wendy (Der ganze Himmel über der Erde: Das Wendy-Syndrom) von Angélica Liddell und Cho Young Wuk (Musik). R/B: Liddell D: Gao, Gómez Bohórquez, Guinü, Jiménez, Liddell, Qiwen, Schürmann, Tianda. In spanischer, deutscher und chinesischer Sprache mit dt. Übertiteln. Die spanische Regisseurin und Performerin Angélica Liddell ist bekannt dafür, bis an die Schmerzgrenzen zu gehen. Für ihre neue Musik-Theater-Performance, die bei den Festwochen uraufgeführt wird, hat sie auf Spaziergängen durch Shanghai chinesische Straßenwalzertänzer gecastet und in Seoul den größten Filmwalzerkomponisten aller Zeiten aufgetan. Den norwegischen Massenmörder Anders Breivik zeigt Liddell darin als radikalen Peter Pan. Museumsquartier, Halle G, Fr, Sa 20.30, So 20.30


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