Kolumne  Außenpolitik

Greift der Westen nicht ein, wird Syrien zur Apokalypse

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Niemand bestreitet, dass der syrische Bürgerkrieg eine riesige humanitäre Tragödie und ein strategisches Pulverfass ist. Dennoch schaut der Westen bisher tatenlos zu. Das Trauma der Irak-Invasion, die das Land mehr zerstört als befriedet hat, blockiert noch immer die Handlungsfähigkeit der USA und ihrer Verbündeten. Präsident Obama hat gute und populäre Gründe, ein militärisches Eingreifen der USA im syrischen Bürgerkrieg zu scheuen.

In den letzten Wochen hat sich der internationale Druck verstärkt, wenigstens ein Flugverbot über Syrien zu verhängen. Auf Dauer wird sich Obama der Entscheidung nicht entziehen können. Er riskiert sonst, als der Präsident in die Geschichte einzugehen, der als Friedensnobelpreisträger und Förderer des Arabischen Frühlings das Massaker der Zivilbevölkerung in Syrien einfach hingenommen hat.

Keines der beiden Bürgerkriegslager hat von sich aus die Kraft, den Krieg zu entscheiden. Für beide Lager ist es ein Kampf um Überleben oder Vernichtung.


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