Dolm der Woche  Wertungsexzess

Karl-Heinz Grasser

Politik | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Er hat Millionen mit dem Vermitteln von Meinl-Papieren verdient, während die Anleger dieser Meinl-Produkte ihr Vermögen verloren. Er hat das Geld in komplizierten Stiftungen angelegt, um Steuern zu schonen. Er hat 500.000 Euro im Koffer über die Grenze gebracht. Er hat mit seinem Trauzeugen Meischberger vor Polizeiverhören gesprochen und sich auch abgesprochen. Karl-Heinz Grasser hat viele kleine Schritte gesetzt, die ihn verdächtig werden lassen. Aber zu einer Anklage reichte es bisher nicht. Nun wurde er bei einem Verhör mit seinem Steuerberater konfrontiert, auf den Grasser alle Schuld für die Steuernachzahlung schiebt. Grasser entgegnete im Verhör (laut Format): "Hab ich jemals auch nur eine eigene Steuererklärung abgegeben ohne einen Steuerberater? Nein, hab ich nicht, weil ich steuerlich so ungebildet bin.“ Der Mann war unser Finanzminister.


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