Der verlorene Sohn

Politik | Protokoll: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Brigitta Kaiser kämpft um ihren Buben. Er ist süchtig und verzockt ihr Geld. Wieso hilft den beiden kein Gesetz?

Daniel Kaiser (Name geändert), 23 Jahre alt, ist spielsüchtig; mit 15 saß er das erste Mal vorm Automaten - und gewann 200 Euro. Seither ist er nicht mehr losgekommen von den blinkenden Symbolen. "Ich habe meinen Sohn an eine fremde Macht verloren“, sagt seine Mutter, Brigitta Kaiser. In den vergangenen acht Jahren ist zwischen ihr und ihm viel passiert. Sie sind nicht allein. Wie viele Menschen in Österreich spielsüchtig sind, weiß niemand so genau, die Angaben schwanken zwischen 60.000 und 300.000. Auf jeden Spielsüchtigen kommen laut Schätzungen sieben Menschen, die mit in den Abgrund gezogen werden. Über diese Opfer hört man wenig. Hochgerechnet sind es mindestens rund 400.000 Österreicher.

Kaiser ist eine von ihnen. Hätte sie damals nur mehr Zeit für Daniel gehabt, sagt sie. Hätte sie nicht so viel gearbeitet. Hätte sie stattdessen mit ihm gespielt. Hätte,


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