Ein Schwätzer, der Geschichte schrieb

Politik | Rezension: Franz Kössler | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Michail Gorbatschow erzählt in seinen neuen Memoiren vom Ende der Sowjetunion und von der innigen Liebe zu seiner Frau Raissa

Die Mehrheit der Russen hat den Zerfall der Sowjetunion als nationale Demütigung erlebt. Viele, die nicht zu den verfolgten Regimekritikern zählten, trauern der Geborgenheit im totalitären Staat noch heute nach. Verantwortlich für das Ende des sozialistischen Riesenlands machen sie einen Mann, der mit seinen Reformen das erstarrte System ins Wanken gebracht hat: Michail Gorbatschow.

Ob er den Lauf der Geschichte gezielt in diese Richtung lenkte oder vielmehr von der Entwicklung der Ereignisse immer weiter getrieben wurde, als er beabsichtigt hatte - das war ein umstrittenes Thema für uns Korrespondenten während der Gorbatschow-Jahre in Moskau.

Auch die jüngsten Memoiren, es sind seine sechsten, geben keine klare Antwort. Gorbatschow ist 82 und schwer krank. In seinem Buch enthüllt er keine großen Neuigkeiten. Aber es kommt die private Seite des Staatsmanns


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