Wieder gelesen

Politik | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Bücher, entstaubt

Das Geschäft des Terrors

Die Anschläge von Boston und die im Zeichen von Taliban-Terror stehenden Wahlen in Pakistan haben scheinbar einmal mehr das Klischee bestätigt, dass es zwischen Islam und Terror eine direkte Verbindung gebe. Ein interessantes Werk zum Thema stammt vom US-Soziologen Mark Juergensmeyer. Für ihn sind gewalttätige Bilder und Vorstellungen kein Monopol einer bestimmten Religion, Motive von christlichen, jüdischen, buddhistischen und muslimischen Terroristen würden sich gar nicht so sehr unterscheiden.

Juergensmeyer beschreibt Terroranschläge als Inszenierungen von Gewalt, als symbolische, theatralische Machtdemonstrationen. Terrorismus ohne schockierte Zeugen gliche einem Theater ohne Zuschauer. Je mehr Opfer, desto besser, und je unschuldiger, desto besser, lautet die eiskalte Devise dieses Geschäfts. Die Opfer des Terrors erscheinen nicht als unvermeidbare Kollateralschäden - sondern bilden den Einsatz im Spiel mit der Aufmerksamkeit.

Mark Juergensmeyer: Terror im Namen Gottes. Herder, 384 S., ab € 6,80


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige