Mediaforschung  Verführungskolumne

Warum heißt die SPÖ jetzt Partei der Arbeit, Herr Demner?

Medien | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Manchen graust, wenn Parteien Wahlkampf führen. Für die Meister des Verkaufs, die Werber, ist es prima. Ist es nicht viel spannender, einen Spitzenpolitiker zu plakatieren als, sagen wir, das neueste Samsung-Handy? Eben.

Deswegen ist die Entscheidung, welche Werbeagentur welche Partei berät, doppelt interessant. Auch wenn Parteien wie Agenturen wenig darüber reden. Dass Politiker wie Produkte inszeniert werden, gibt man eben ungern zu. ÖVP-Chef Michael Spindelegger vertraut auf die Expertise der Berliner Agentur "Butter“, die reichlich Erfahrung mit Kampagnen der deutschen Sozialdemokratie hat - ausgerechnet. Der heurige Wahlkampf wird eindeutig links der Mitte ausgetragen. Damit klar ist, wer dort der Majordomus ist, wirbt die SPÖ im Mai nun mit einem neuen Slogan: "SPÖ. Die Partei der Arbeit“. Der Kreative hinter dieser nicht zu übersehenden Back-to-the-Roots-Strategie ist, wie schon vor fünf Jahren, Jan Mariusz Demner. Seine Agentur gibt es seit 1969 und ist, in seinen Worten, "bekannt dafür, durch Konzentration auf das Wesentliche klare Profilierung und damit Markenmagnetismus zu schaffen“.

"Genug gestritten“ lautete 2008 Demners erster Slogan für Faymann. Auch jetzt wirbt er wieder in prallem Rot - und mit gezieltem Einsatz des Schlusspunktes. Manchmal ist das Einfache genau richtig. Die Kampagne, sagt Demner, sei auch "ein Signal an die Kernwählerschichten, dass die SPÖ Werte vertritt, die gerade heute eminent wichtig sind, was aber zuletzt vielleicht nicht immer so klar wahrgenommen wurde.“ Wie wahr. B T


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