Ein Grunzer aus dem Graberl

Feuilleton | Exzessbeschau: Gerhard Stöger | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Eine liebevolle kleine Ausstellung im Wien-Museum würdigt den großen Rock-Saubartel Stefan Weber

Stefan Weber passiert gerade ein Malheur: Der Sänger und Kopf der Gruppe Drahdiwaberl erbricht seine Kaffeejause - und die landet punktgenau auf dem Kopf eines Bandkollegen, den so schnell aber glücklicherweise eh nichts aus der Ruhe bringen kann. Eine nackte junge Frau beobachtet diese Szene. Ihre Geste soll wohl Entsetzen ausdrücken, ihr Blick verrät aber eher eine gewisse Belustigung.

Das Foto stammt aus den späten 70ern, in Plakatgröße eröffnet es die Ausstellung "Blutrausch. Stefan Weber und Drahdiwaberl“ im Wien-Museum. Es ist leitmotivisch für das Wirken dieser Band, der es stets um Sauereien ging und den Spaß, den diese Sauereien bereiten können.

Drahdiwaberl war die wildeste Wiener Rockband der 70er und die lustigste der 80er. Dann hat dieser illustre Haufen so lange als Folklore weitergemacht, wie sich der an Parkinson erkrankte Stefan Weber auf der Bühne halten konnte.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige