Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Pop

Vampire Weekend: Modern Vampires of the City

Nach zwei erfolgreichen Alben hat sich die schlaue New Yorker Indiepopband Vampire Weekend eine kleine Pause gegönnt. Stadtneurotiker Ezra Koenig hat es immerhin vier Monate in Los Angeles ausgehalten, ehe er wieder zu Hause war. Mit neuem Fokus hat seine Combo genau das richtige Album gemacht: weniger knallig, dafür ungemein varianten- und fintenreich, ohne sich in Details zu verlieren. Eine so ohrwurmreiche und liebevoll instrumentierte Platte erscheint heute nur mehr alle heiligen Zeiten. Schlagwort: mehr Simon & Garfunkel als Paul Simon. (XL) sf

Jazz

Ketil Bjørnstad: La Notte

Mit Michelangelo Antonionis Film, auf den sich Titel und Cover beziehen, hat das Album des norwegischen Pianisten wenig zu tun. Weder urbane Entfremdung noch das bittermüde Zerbröseln einer Ehe oder Giorgio Gaslinis cooljazziger Soundtrack finden eine Entsprechung. Die Melancholie hier kennt keine Kitschängste, ansonsten ist das flotte bis aufgekratzte Album, das ausgesprochen zuversichtlich endet, klug dosiert: Marilyn Mazur setzt exquisite Perkussionsakzente, und sogar Eivind Aarset weiß das verzerrfreudige Jubilieren seiner Gitarre zu zähmen. (ECM) KN

Global

The Heliocentrics: 13 Degrees of Reality

Eine Fusion bringt eher selten etwas Gutes hervor, ob sie nun im Bereich der Wirtschaft stattfindet oder von Musik die Rede ist. Zuletzt jedoch bemühten sich einige Formationen darum, dem geschmähten Begriff einen besseren Klang zu geben. Die englische Band The Heliocentrics um Schlagzeuger Malcolm Catto und Bassist Jake Ferguson etwa rührt ohne Furcht und mit teils abenteuerlichen Ergebnissen Funk, Ethio-Jazz (man nahm schon mit Mulatu Astatke auf), psychedelischen Rock, Latin und Elektronik zu einer heißen Suppe zusammen. (Now Again) sf


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