Neue Bücher

Feuilleton | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Richard Wagner gegen Feinde und Freunde verteidigt

Da hat der alte Wagner-Wichser einmal echt cool zugeschlagen!“, urteilte der Schriftsteller Eckhard Henscheid bereits vor 20 Jahren in seinem nun neu aufgelegten Buch "Verdi ist der Mozart Wagners“. Der kleine, der Figur des Wotans gewidmete Text ("Ein beknackter Kacker“) ist gewiss nicht der beste in diesem insgesamt doch ebenso vergnüglichen und informativen wie radikal persönlichen Opernführer, schmiegt sich der Autor darin doch einem fremden Jargon an, obwohl er selbst eine ganz eigene, um Adjektive, Partizipien und postponierte Reflexiva kaum je verlegene und durchaus opernhaft zu nennende Art des Schimpfens entwickelt hat, mit der er als Gründungsmitglied der Neuen (und mit den dialektischen Wässerchen der alten) Frankfurter Schule die frenetische Beklatschung einer 1981er-"Tristan“-Aufführung unter Leonard Bernstein ganz adornitisch als Veranstaltung des Kulturschmocks entlarvt, "sich fürs eigene Verständnis und Gefühl

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