Sagen, was niemand sagt

Feuilleton | Würdigung: Armin Thurnher | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

In den Tagebüchern von Gerhard Amanshauser ist ein eleganter, aber unerbittlicher Schriftsteller zu entdecken

Gerhard Amanshauser (1928-2006) ist ein ebenso großartiger wie unbekannter Autor. Er hat zu Lebzeiten 29 Bücher publiziert, obwohl er erst mit 40 Jahren seine Karriere als Schriftsteller begann. Das Wort Karriere führt in die Irre. Amanshauser stellte sich selbst als Schriftsteller dar, eine Tätigkeit, die er nicht gerade widerwillig, aber doch mit einem Äußersten an Selbstkritik erfüllte. Worauf der Titel seiner Tagebücher anspielt: "Es wäre schön, kein Schriftsteller zu sein“.

Schön, dass Gerhard Amanshauser einer war. Diese Tagebücher, das bei weitem umfangreichste Werk Amanshausers, scheinen das ihm angemessene Genre. Er zog kurze Formen vor. Daniel Kehlmann, der Amanshauser im Falter vor mehr als zehn Jahren porträtiert hat, merkt in seinem Vorwort zu den Tagebüchern an, Amanshauser sei ein höflicher Schriftsteller gewesen.

Das ist falsch. Amanshauser schreibt


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