Mariahilft

Stadtleben | Bezirksrundschau: Ruth Eisenreich | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Die bekanntesten Sozialeinrichtungen der Stadt sind im sechsten Bezirk versammelt. Warum?

Obdachlose, Drogensüchtige, Ex-Häftlinge, Punks, Aidskranke - es sind Gruppen, denen die meisten Menschen im Alltag lieber nicht zu nahe kommen. "Gut, dass etwas gemacht wird“, denken viele, wenn eine neue Hilfseinrichtung geplant wird. "Aber bitte nicht vor meiner Haustür!“

"Nimby“ nennt man im englischsprachigen Raum diese Einstellung, "not in my backyard“. Sie wird zum Problem, wenn aus Angst vor aufgebrachten Anrainern kein Bürgermeister, kein Bezirksvorsteher Einrichtungen für Randgruppen aufnehmen will. Auch in Wien versuchen die meisten Bezirksvorsteher, sich Problemgruppen vom Leib zu halten. Nur eine nicht: Renate Kaufmann, die rote Bezirksvorsteherin von Mariahilf. "Es gibt 22 Bezirksvorsteher, die sagen: Bitte nicht in meinem Bezirk. Und eine, die sagt: Ja, bitte!“, kritisiert Gerhard Hammerer, der Chef der Mariahilfer ÖVP.

Mariahilf ist der zweitkleinste Bezirk Wiens und jener


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