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Falters Zoo | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Die alte existenzielle Grundfrage "Wer ist der Mensch?“ gilt nicht mehr, viel wichtiger ist es heutzutage zu wissen, der Wievielte man unter den anderen Menschen ist. Dazu gibt es Rankings wie: Bestangezogener Politiker, Sexiest Woman Alive oder Schlechtester Job. In den ersten beiden Ranglisten spiele ich nicht mit, aber zumindest beruflich finde ich mich ganz am Ende. Die Online-Plattform CareerCast veröffentlichte eine Reihung der 200 besten bzw. schlechtesten Berufe der Welt, und an letzter Stelle rangiert "Journalist“. Ändere ich meine Berufsbezeichnung auf "Zoologe“ dann schaffe ich es zumindest auf Platz 91 und kann mich deutlich vor Choreografen (142.) und Armee-Generälen (180.) positionieren.

Einfacher kann man seine Stellung in der Hackordnung verbessern, indem man das Ranking wechselt. Im ElitePartner-Trendmonitor bewertete das jeweils andere Geschlecht die Attraktivität des Berufs eines potenziellen Partners. Und siehe da, für Frauen zählt "Journalist“ nach Arzt und Architekt zu den drittattraktivsten Männerberufen.

Extremsportler kommen in Berufsrankings nicht vor. Auch das Finanzamt wollte das Herunterspringen von irgendwelchen Dingen nicht als Berufssport anerkennen und forderte von Felix Baumgartner Steuernachzahlungen. Dieser suchte daraufhin in der Schweiz finanzielles Asyl und leidet dort bitterlich. In einem Interview mit der Krone beklagte er sein elendes Leben: "Ich habe alles aufgeben müssen. Ich habe in Österreich ein Büro gehabt, eine Sekretärin, mein Haus, meinen Hubschrauber, ich habe alles zurücklassen müssen.“ Als Helikopterpilot hätte er es beruflich noch auf Platz 129 geschafft.

Einen Tipp hat die soziale Netzwerkseite TheLadders zur Karriereoptimierung: Nach Analyse der Namen ihrer sechs Millionen Mitglieder rät sie zu möglichst kurzen Vornamen. Jeder zusätzliche Buchstabe würde das Jahreseinkommen um 2736 Euro verringern. Das erscheint mir realistisch. Auch in Österreich verdient ein Sepp mehr als ein Dragoslav oder ein Abdullah.

Doch da geht laut Namensanalyse noch mehr: Je näher der Anfangsbuchstabe des Nachnamens bei A liegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf einen akademischen Spitzenjob oder Nobelpreis. He, da ändere ich meinen Namen doch einfach auf Max Aal, sonst bleibe ich nur Mittelmaß, meint Ihr nämlich nur mittelmäßiger Peter Iwaniewicz.

Peter Iwaniewicz ist die Nummer eins unter allen Tierkolumnisten des Falters

iwaniewicz@falter.at

zeichnung: püribauer.com


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