Film Neu im Kino

Hilfe, ich glaub, mich streift ein Sternmull!

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Harry Potter" und "Herr der Ringe" sind durch, aber die Schlacht zwischen Gut und Böse geht weiter, wie der Prolog von "Epic - Verborgenes Königreich" auch gleich ausposaunt, ein Animationsspektakel, das seinerseits in die Schlacht um die ganze Familie geschickt wird. Und siehe, die Macher der zuletzt recht unsinnig gewordenen "Ice Age"-Tetralogie haben gelernt, dass es nicht ausreicht, das Publikum mit 3D-Effekten zu beballern, sondern dass es vielleicht doch auch eine Story braucht.

Nichts an den Ingredienzien, die da aus den genannten Zyklen gefischt wurden, ist sonderlich originell: Auenland plus Bruchtal sind jetzt halt "der Wald"; die Typen mit den scheußlichen Fressen, die diesen vernichten wollen, heißen nicht Orks, sondern Boggans, und statt Quidditch gibt's Vogelrennen. Für die ökologisch bewegte Rahmenhandlung sorgen ein Science-Schrull und sein patentes Töchterl Mary Katherine, das deutlich älter ist als zuletzt die Disney-/Pixar-Heroine Merida und ergo auch für einen "Girl Meets Boy"-Subplot gut ist.

Wie Regisseur Chris Wedge ("Ice Age", "Robots") diese Zutaten allerdings abmischt, ist schlicht atemberaubend. Das betrifft zunächst einmal die Exa-, Zetta- und Yottabyte, mit denen hier die Schatten auf jedem einzelnen Blatt eines stürzenden Baumes oder die Haare im Fell eines für die zwergenhaften Protagonisten doch recht bedrohlichen Sternmulls berechnet wurden. Aber auch die Dialoge sind erstaunlich pfiffig, wobei für die besten Schmähs meist die Scherzkeksschnecken Mub & Grub zuständig sind. Dass unser Stoffl Waltz den Oberbösling Mandrake spricht (auf Englisch und Deutsch) ist nett, aber keine Entschädigung dafür, dass die grandios schlunzige Kröte Bufo einen so kurzen Auftritt hat. Wehe, die kommt in "Epic II" nicht ganz dick raus!

Ab Fr in den Kinos (OF 3D im Artis)


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