Theater Kritik

Da vibriert nichts: Sexshop als Bühne

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 20/13 vom 15.05.2013

Alles vibriert." Das macht der jungen, unbedarften Sexshopverkäuferin Angst. Wo sie doch aus dem Kunstbetrieb kommt und nur aus Geldnot handelt. Autorin und Regisseurin Isabella Feimer schöpft in ihrem Stück "Pornoladen" aus eigener Erfahrung. Die Sexshoprealität mit ihrer verhaltensoriginellen Kundschaft und dem sexuelle Höhepunkte fördernden Warenangebot wird in Textkörpern präsentiert. Hinzu kommt Zwischenmenschliches: ein geldgieriger Chef, eine stichelnde Kollegin, der Kollege zum Verlieben, alles da - und doch springt kein Funke über. Die reduzierte Bühne in kühlem Licht, der unauffällige Sound und die neutrale Arbeiterkluft der Darsteller wirken wie im Labor. Geforscht wird allerdings vergeblich. Alles vibriert: ein frommer Wunsch!

Kosmos Theater, Fr, Sa 20.30


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