Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Es ist Donnerstag. Aus redaktioneller Sicht ist Donnerstag ein ziemlicher Normalotag, an dem es nicht groß was zu sagen und schauen gibt. Es sei denn, Donnerstag ist Freitag, weil Freitag Montag ist, weil Montag Pfingsten und ergo kein Arbeitstag ist. Dann kann es sein, dass Barbara "Baronesse“ Blaha an einem Donnerstag dieses Gesicht macht und sagt: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“

Ursache dieses paradoxalen Sprechakts beredter Ratlosigkeit ist der Umstand, dass die sogenannte "Schlussseite“ (des Feuilletons) bereits am Donnerstag fix und fertig, abgebürstet und eingepackt ist. Dazu muss man sagen, dass die Schlussseite das sonst nie ist. Nie! Weswegen Blaha nun einerseits von freudiger Fassungslosigkeit erfüllt ist, sich dieser aber nicht wirklich arglos überlassen kann, weil in dem für Katastrophenantizipation zuständigen Gehirnareal (das bei Blaha etwas stärker ausgeprägt ist als bei den meisten) der Verdacht aufkeimt, dass dies auch ein unheilvolles Zeichen sein könnte - quasi: dunkles Mal.

Nun kann man die Frühabgabe der Schlussseite auch damit erklären, dass sich in "verkürzten Wochen“ alle extrem bemühen: Nina Horaczek hat spontan ihren Urlaub verschoben, und wir vom Feuilleton (pluralis modestiae) helfen Birgit Wittstock mit einem Aufmacher aus, weil Christopher Wurmdobler sich grad in einem jemenitischen Camp zum Kampftrompeter ausbilden lässt und nicht da ist. Sollte diese Ausgabe aber doch nicht erscheinen, dann ist Blaha mit ihrem Apokalypseverdacht richtiggelegen - es wird dann aber wohl nie jemand erfahren.


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