Meinesgleichen

Sex mit Teebeuteln? Wer’s mag …

Falter & Meinung | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Gäbe es eine österreichische Tea Party, hätte sie einen Namen: Christian Ortner. Allerdings handelt es sich weniger um eine Teeparty als um einen Teebeutel. Ich verdanke ihm regelmäßig das Vergnügen, zitiert zu werden, was mich meistens beruhigt, dann kann ich neben Anfeindungen von links auch Stumpfsinn von rechts verbuchen. Diesmal muss ich mich kurz mit ihm aufhalten. In seiner Presse-Kolumne halluziniert er mich betreffend derart vor sich hin, dass man den Eindruck bekommen könnte, jemand habe ihm etwas in den Tee getan. Vergangene Woche hatte ich die rechte Hatz auf Daniel Cohn-Bendit wegen dessen "kinderverzahrerischen“ Äußerungen kommentiert und geschrieben, meiner Kenntnis nach sei Cohn-Bendit gewiss kein Kinderschänder gewesen.

Er selbst hat in dieser Causa klargestellt, dass seine Ausführungen in seinem nun teebeutelmäßig ausgequetschten Buch "Der große Bazar“ (1975) angeberisch übertrieben und bewusst provokativ waren. Zeitzeuginnen haben es bestätigt. Auf Kinderschändung gibt es keinen Hinweis. Nur eine Textstelle! Ortner ist das egal. Er stellt Cohn-Bendits Nicht-Tat H. C. Straches Tat ("Paintballspielen“ - Sex im Wald?) gegenüber und kübelt mich unter dem Titel: "Sex mit Kindern? Nur mit aufrechter antifaschistischer Gesinnung, bitte!“ an. Und wenn’s die Redaktion formuliert hat, hat sie getroffen, was Ortner meint. "Not my cup of tea“ wäre zu schwach für solche Niedertracht. Da fliegt er, der Teebeutel, in den Mistkübel.

Quelle:

Christian Ortner:

Sex mit Kindern? Nur mit aufrechter antifaschistischer Gesinnung, bitte!

Die Presse vom 17.5.


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