Kolumne  

Naher Osten: Die politische Landkarte wird neu gezeichnet

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Erhobenen Hauptes und bewaffnet verlassen seit Anfang Mai die ersten kurdischen Guerillaeinheiten ihre Lager in den Bergen Anatoliens. Der Rückzug der PKK aus der Türkei in Richtung des autonomen kurdischen Gebiets im Nordirak hat begonnen. Bis wieder Schnee fällt, im Spätherbst, soll die größte Rochade in der 30-jährigen Geschichte der kurdischen Aufstandsbewegung beendet sein.

Die Kämpfer folgen dem Aufruf zum Waffenstillstand, den der gefangene Parteiführer Abdullah Öcalan in monatelangen Geheimverhandlungen mit dem türkischen Geheimdienstchef ausgehandelt hat. Die Armee murrt, aber sie bleibt in den Kasernen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der den Dialog begonnen hat, hat die Streitkräfte inzwischen eisern im Griff. Selbst die brutalen Morde an drei kurdischen Aktivistinnen in Paris haben den Verständigungsprozess nicht zunichte gemacht.

Hinter dem Deal zwischen PKK-Chef Abdullah Öcalan und dem machtbewussten türkischen Regierungschef steht ein Plan, der den Nahen


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