Vier Fäuste für ein Halleluja


Analyse: Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Michael Spindelegger startet in den Wahlkampf. Der heimliche Star der Kampagne heißt Sebastian Kurz. Reicht das für den Sieg der ÖVP?

Es zeugt von Mut, wenn jemand seine Schwächen so offensichtlich vorführen lässt wie Michael Spindelegger. Aber macht es ihn damit auch automatisch stark?

Diese Frage stellten sich nicht wenige der 1100 Zuschauer, die vergangenen Mittwoch in den Festsaal der Wiener Hofburg spaziert waren. Hier ist Österreich so prunkvoll wie kaum sonst wo. Marmor, barocke Deckenmalerei, gedämpftes Licht - eine republikanische Kathedrale. Hier wärmte Sebastian Kurz das Publikum auf, bevor Spindelegger als ÖVP-Chef sein hochtrabend zur "Österreich-Rede“ ausgerufenes Motivationsreferat hielt. Die ganze Veranstaltung sollte der inoffizielle schwarze Wahlkampfauftakt werden. Es wurde aber auch eine Art politische Weihestunde. Für Kurz, nicht für Spindelegger.

Kurz’ Auftritt: nonchalant, selbstironisch und locker. Spindeleggers Rede: brav, solide, aber ohne Spannung

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