Anklage einer stillen Aufdeckerin

Politik | Rezension: Florian Klenk | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Die grüne Abgeordnete Gabriela Moser veröffentlichte ein schlankes Buch über ihre Recherchen zur Korruption in Österreich

Wenn Historiker einmal auf das gegenwärtige Jahrzehnt zurückblicken, dann werden sie sich vielleicht darüber wundern, dass sich nicht nur Journalisten, sondern auch erstaunlich viele Politiker als "Aufdecker“ inszenierten. Tatsächlich ist es ja auch die Aufgabe eines Nationalratsmitglieds, nicht nur Gesetze zu erlassen, sondern auch deren Exekution durch die Regierung zu kontrollieren.

Die Grüne Gabriela Moser hat sich bei dieser Kontrolle als zähe, ruhige und sachliche Handwerkerin hervorgetan. Bereits vor zehn Jahren versorgte sie Journalisten mit Insiderinformationen zum Fall Grasser, die sie sich durch parlamentarische Anfragen und Hintergrundgespräche besorgte.

Ihren Durchbruch als Aufdeckerin hatte Moser aber zweifellos, als sie einen Passus in der Geschäftsordnung fand, der es dem Falter ermöglichte, die Grasser-Meischberger-Telefonprotokolle ("Wo


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