Die Landnahme erfolgt über die Körper der Königstöchter

Feuilleton | Lektüre: Sigrid Löffler | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Berühmt wurde der Freiburger Freistil-Germanist und querdenkende Kulturwissenschaftler Klaus Theweleit mit seiner Dissertation über Freikorps-Literatur. 1977 unter dem Titel "Männerphantasien“ erschienen, elektrisierte sie nicht nur den Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein ("die aufregendste deutschsprachige Publikation dieses Jahres“), sondern befeuerte mit einer neuen psychoanalytischen Faschismustheorie auch den politischen Diskurs und wurde überdies zu einem Basistext der internationalen Männerforschung. Am Beispiel soldatischer Freikorps-Männer zeigte Theweleit den Faschismus als Endpunkt der jahrhundertelangen männlichen Gefühlspanzerung gegen die Frau und damit gegen die männliche Angstlust am Zerfließen und Auflösen.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg der "Männerphantasien“ hatte Theweleits singuläre Methode: In einem wahren Materialgewitter verband er verschiedene Medienströme und Diskursformen zu Schrift- und Bilderbüchern, die immer auch die Parallelströme der


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