Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Pop

Primal Scream: More Light

Die Nullerjahre waren keine leichte Zeit für Primal Scream, neben starken Songs enthielten die letzten Alben viel Füllmaterial. In der Folge zog sich die Band um Bobby Gillespie darauf zurück, ihr frühes Meisterwerk "Screamadelica“ (1991) live aufzuführen. Mit "More Light“ ist ihnen jetzt eine unerwartet ambitionierte und abwechslungsreiche Platte geglückt. Von nahöstlich angehauchter Psychedelik über Krautrock bis hin zur gelegentlichen Ballade haut fast alles gut hin - und auch die zeitkritischen Texte ("2013“) gehen in Ordnung. (First International) sf

Jazz

Café Drechsler: Streamer

Anfang der Nullerjahre war das Trio mit seiner Fusion aus Jazz und treibenden Beats irgendwie angesagt und auf der Höhe der Zeit. Nun hat Saxofonist Ulrich Drechsler als einzig verbliebenes Gründungsmitglied die Band zum Quintett erweitert und neu ins Leben gerufen. So man es denn so nennen will. Tatsache ist nämlich, dass die Coolness-Parameter, an denen man sich orientiert, mittlerweile recht ranzig rüberkommen. Das einzig Überraschende an diesem ziemlich monotonen Album bleibt, wie altbacken es klingt. (monkey) KN

Live: 24.5., 20.30 Uhr, Porgy

Klassik

Piotr Beczala: Mein ganzes Herz

Hier ist sie also, die langersehnte CD des polnischen Tenors Piotr Beczala. Er hat sie "Mein ganzes Herz“ genannt und seinem Lieblingssänger gewidmet, dem unvergessenen Richard Tauber. Neben den berühmten Tauber-Arien aus Lehár-Operetten sind Lieder von Emmerich Kálmán und Robert Stolz zu hören. Das mag ein bisschen süßlich klingen, ist es aber nicht. Piotr Beczala, der für seine Aufnahme Mikrofone aus Taubers Zeit benutzte, singt fantastisch und zeigt, dass die Operette so viel mehr bietet als nur seichte Unterhaltung. (Deutsche Grammophon) mda


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