Wie aus Thomas Bernhard wurde

Feuilleton | Rückblick: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Zum 50. Geburtstag des ersten Bernhard-Romans "Frost“ erscheinen zwei bislang unbekannte Vorstufen

Unser Staat, sagte der Doktor, ist lächerlich … unser Staat ist eine Lächerlichkeit, mit der sich die Welt nicht beschäftigt, nicht mehr, sagte der Doktor, beschäftigt … das ist die Wahrheit, das ist die Tragödie: das Lächerliche geht von der Spitze aus: Rot und Schwarz steuern das Schiffchen ohne Umschweife in den Abgrund hinunter … unser Staat ist eine kleinbürgerliche Unzucht …“

Derzeit läuft in der Kunsthalle Wien das Festival "What Would Thomas Bernhard Do“. Ein Blick in Texte, die dieser vor mehr als 50 Jahren zu Papier gebracht hat, zeigt: Thomas Bernhard (1931-1989) könnte heute seine frühen Arbeiten, ganz unserer retromanischen Gegenwart wie seinem Geschäftssinn entsprechend, wiederveröffentlichen und noch einmal gewinnbringend verkaufen. Aktualität ist nach wie vor gegeben, ja, der Abgrund scheint näher denn je.

Der zitierte Ausschnitt steht so fast wortwörtlich


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