Die Außenwelt und die Anmut nackter Polygone

Feuilleton | Vorschau: Joachim Schätz | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Das Festival Vienna Independent Shorts und das Filmmuseum zeigen das beunruhigend-irrwitzige Werk von David OReilly

Strange Days, 1958. Das Meer spült zwei junge Männer in eine Kleinstadt. Weil die beiden ständig einen Kleiderkasten mit sich herumtragen, wird ihnen die Gastfreundschaft verwehrt. Die Serie von Demütigungen, denen die Sonderlinge ausgesetzt sind, inszeniert der Mittzwanziger Roman Polanski in "Zwei Männer und ein Schrank“ als jazzunterlegten Existenzialisten-Slapstick.

Strange Days, 2007. Ein junger Mann zieht vom Land in die Großstadt, wo auf der Straße die Verwundeten liegen. Die Hoffnungen des Neuankömmlings werden schnell zurechtgestutzt. Die Serie von Demütigungen, denen er zwischen Büro und Nachtklub ausgesetzt ist, inszeniert der Filmemacher David OReilly in "RGB XYZ“ als grobgerasterte 3-D-Animation mit bösem Dialogwitz.

Was die beiden Filme über ein halbes Jahrhundert hinweg miteinander verbindet, ist das Kunststück, in nicht mehr als einer Viertelstunde


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