Nüchtern betrachtet 

In Vogeltransliteration bin ich eine volle Null

Feuilleton | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Die Ineinssetzung des Seltenen mit dem Wertvollen bestimmt nicht nur so unsinnige Gebiete wie die Philatelie, sondern ist den meisten Ökonomien zugrundegelegt. Es ist wie beim Mikadospiel, wo der singuläre "Mikado“ 20 Punkte zählt, der fünfzehnfach vorhandene "Kuli“ hingegen nur zwei. So gesehen zählt ein Buntspecht natürlich mehr als ein kommuner Spatz und ein Dreizehenspecht mehr als ein Buntspecht. Andererseits sind irgendwelche unscheinbaren Zweigsänger, Schnäpper oder Braunellen, also jene Vogelsorten, die laut Simon Barnes, dem Verfasser des schönen Buches "How to Be a Bad Birdwatcher“, im angloamerikanischen Sprachraum von entnervten Vogelbeobachtungsdilettanten wie mir als LBJs (i.e. little brown jobs) qualifiziert werden, zwar reichlich vorhanden, aber blödsinnig schwer zu beobachten. Wohingegen Kondore oder Schmuckreiher zwar nicht in Hundertschaften in Parks rumhängen,


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