Wo auch die Erzherzogin zu Fuß hingeht

Stadtleben | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Von Neuwaldegg nach Untermauerbach Westen

Die perfekte Stadtwanderung beginnt bei einer Straßenbahnendhaltestelle. Diesfalls in Neuwaldegg. Es ist die perfekte Tour für Leute, die’s gern ein bisschen adelig haben. Zwischen den Obelisken der sogenannten Maria-Theresien-Schaukel, in denen der Name des berühmten biedermeierlichen Graffiti-Pinslers Kyselak eingraviert ist, geht es durch den vom Grafen Lascy (der hier auch begraben ist) angelegten Schwarzenbergpark.

Soweit, so flach. Hernach gilt es, hameauwärts, die Steigung zum Holländerdörfl zu überwinden, worauf wir auf dem Weg zum Roten Kreuz die Grenzen der Stadt tatsächlich kurz einmal verlassen, um dann - die erste Labestation ansteuernd - Wien wieder zu betreten und für den Rest der Wanderung auch nicht mehr zu verlassen.

Die Sophienalpe ist nach Erzherzogin Sophie, der Mutti von Kaiser Franz Joseph benannt, und von dort aus führt ein kurzes Straßerl zur Franz-Karl-Fernsicht, die sicher auch nach irgendjemandem benannt wurde. Uns ist das jetzt aber wurscht, wir schauen kurz mal fern, gehen dann aber unverdrossen zur Mostalm weiter, um dort Kuchen und Kaffeetscherl einzunehmen.

Der Garten dieses olfaktorisch gut gebeizten Gasthauses lädt vorzugsweise am Nachmittag sehr zum kontemplativen Abhängen ein, was man ruhig tun soll, denn der Weg ins Tal ist nicht mehr weit - egal, ob man über die Hohe-Wand-Wiese oder weiter östlich zum Grünen Jäger abgeht, wo man noch einkehren kann, falls einem der Bus gerade davongefahren ist.

Die Anreise beginnt beim Schottentor (Universität), von wo aus man mit der Linie 43 bis zur Endstation (Neuwaldegg) fährt.

Ob man am Ende in Untermauerbach, Hainbach oder Vorderhainbach ins Tal kommt, ist vollkommen egal, die Postbusse der Linie 249 und 250 bringen einen jedenfalls nach Hütteldorf, wo es Anschlüsse an Bahn, Schnellbahn und U-Bahn (U4) gibt


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