Prost!  

Über Limonaden, Farbpsychologie und Verwirrungstaktiken

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Sens Bitter Lemon

Stadtleben | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

Bitter Lemon, Tonic Water oder Ginger Ale zählen zu den Klassikern der antialkoholischen Getränke. Meistens werden sie aber doch herangezogen, um aus Spirituosen Longdrinks zu machen. Nun gibt es beim auf alkoholische Getränke spezialisierten Unternehmen Top Spirit im 19. Bezirk eine Linie, die sich "Sens“ nennt und eben die drei Klassiker im Sortiment hat. Ginger Ale ist recht süß, Bitter Lemon und Tonic Water schmecken korrekt. Es ist ein möglicher Hinweis darauf, dass sie bereits in der Produktion darauf ausgerichtet wurden, mit Hochprozentigem gemischt zu werden. Eigentlich sind die in kleinen Fläschchen bzw. auch in Aludosen verpackten Getränke recht hübsch. Die Farbpsychologie erschließt sich nicht ganz, müsste doch Ginger Ale orange, Bitter Lemon grün und das metallisch schmeckende Tonic Water blau sein. Derweil ist es aber ganz anders: Was könnte hinter der Strategie stecken, Bitter Lemon blau, Tonic Water orange und Ginger Ale grün zu machen? Unbedachtheit vielleicht oder Verwirrungstaktik? Auch der indische Elefant, der die Etiketten ziert, ist schön anzuschauen. Aber woher kommt die Idee, dass man hier einen Elefanten ins Rennen schickt? Wie man weiß, ist Gin Tonic ein beliebtes britisches Getränk, das auch gerne im kolonialen Indien getrunken wurde, um sich mithilfe des Chinins die Malaria vom Leib zu halten. Warum Ginger Ale zum Elefanten kommt, bleibt ein Rätsel. An dieser Stelle sei der Wunsch deponiert, einmal im Leben eine Hausbar zu besitzen, die in einem Globus verstaut ist. fH


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