Musiktheater Kritik

Pubertierende im Gewächshaus der Gefühle

Lexikon | aus FALTER 21/13 vom 22.05.2013

In Händels Eifersuchtsdrama, in dem "Orlando" wegen unerwiderter Liebe zu Angelica, die einen anderen liebt, den Verstand verliert, erprobt sich das junge Ensemble der Kammeroper an den Schwierigkeiten barocken Gesangs. Mit Ausnahme des ausgezeichneten Countertenors Rupert Enticknap in der Titelrolle geht das nur bedingt gut. Aus guten "Bohème"-Sängerinnen zu den Frauen in "Orlando" zu mutieren, ist nicht einfach. Händels Oper lebt aber von starken Sängercharakteren, jeder nicht gut getroffene Ton wirkt sich sofort auf den Eindruck aus und der bleibt oft aus. Inszenierung und Ausstattung in bunten, teils sehr unvorteilhaften Kostümen und Punker-Perücken in einem Gewächsgarten bringen nur leeres Rampentheater. Schade. HR

Kammeroper, Sa, Mo, Mi 19.00 (bis 31.5.)


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