Kolumne  Außenpolitik

Terror in London: die Folgen des neuen Privat-Dschihadismus

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Die Attentate von London und Paris sind ein schlechtes Omen für die Liberalität der europäischen Gesellschaften. Die Ermordung des britischen Afghanistan-Veteranen und der Angriff auf eine Pariser Militärpatrouille deuten auf eine neue Kategorie des Terrorismus hin: Es sind unauffällige Individuen am Werk, die im Netzwerk von Internet und Sozialforen radikalisiert worden sind. Um diesen Terrorismus zu bekämpfen, werden die privaten Freiräume in Europa weiter beschnitten werden.

Hinter den Tätern von London stehen nicht mehr die Planung und die Struktur von internationalen Organisationen wie Al-Kaida oder al-Shabab. Immer öfter werden sie jetzt von hausgemachten Aktionen ersetzt, bei denen individuelle Täter mit rudimentären Mitteln agieren. Dieser einheimische, privatisierte Terrorismus ist weniger berechenbar und schwerer zu bekämpfen als der organisierte internationale.

Das schockierende Video, auf dem der junge Londoner Attentäter mit dem Mordmesser in seinen blutigen Händen


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