Die Kommunistin auf dem deutschen Thron

Politik | Rezension: Rudolf Walther | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Zwei Axel-Springer-Journalisten konfrontieren die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit ihrer DDR-Vergangenheit - und übertreiben maßlos

Bücher werden nicht nur verkauft, sondern zuweilen auch von einer schrillen Kampagne begleitet. Seit kurzem ist "Das erste Leben der Angela M.“ im Handel, das Buch der beiden Axel-Springer-Journalisten Ralf Georg Reuth und Günther Lachmann. Bereits vor Wochen begann der Verlag, das Publikum mit Interviews, Vorabdrucken und Schlagworten zu bearbeiten: "Das unbekannte Leben der Kanzlerin“ (Bild), "Merkel, früher eine ehrgeizige Reformkommunistin?“ (Die Welt).

Wer das Buch liest, reibt sich die Augen. Darin ist zwar ein halbes Dutzend Mal von "Reformkommunisten“ die Rede, aber das Wort "Reformkommunismus“ kommt nicht vor. Das erstaunt kaum, denn in der DDR gab es keine organisierte Opposition wie "Solidarnośæ“ in Polen oder die "Charta 77“ in der ÈSSR.

Opposition formierte sich in der DDR im Umkreis der evangelischen Kirche und in Bürgerrechts-,


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