Mediaforschung  Verführungskolumne

Warum will der ORF wie wir sein, Herr Koinig?

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Für Stermann und Grissemann war es die ideale Steilvorlage. Die neue ORF-Imagekampagne "ORF. WIE WIR.“ sorgte für Lacher am laufenden Band in ihrer Comedy-Sendung "Willkommen Österreich“.

Stermann ist als "Dirk“ selber als Promi-Testimonial dabei. "ORF. WIE WIR.“ zeigt Porträts und Vornamen. Manche davon aus dem TV bekannt, andere von der Straße. Der ORF ist wie seine Zuschauer, der Heimatsender schlechthin, lautet die Werbebotschaft. Aber stimmt das Bild?

"Es kommen zu wenige Menschen mit Migrationshintergrund vor, aber vielleicht sind orientalische Namen einfach zu lang?“, witzelte Stermann. Dazu zeigten die beiden Komiker einen Taxler namens "Achmat Achmahat Achmahatmachat“. Andere erinnert die Ästhetik von "ORF. WIE WIR.“ an das selbstproduzierte Protestvideo der "ZiB“-Redakteure gegen parteipolitische Postenbesetzungen aus dem Vorjahr. Auch damals waren die ORF-Stars frontal und als Privatperson zu sehen, ohne den gewohnten Studiohintergrund. Einige von ihnen sind in der "WIE WIR“-Kampagne als Testimonial wieder dabei. "Armin“ etwa, also Armin Wolf.

Die Idee für die Kampagne stammt von Jung von Matt, die auch schon Ö3 - und den Falter - betreuen. "Das Protestvideo war keine Inspiration“, sagt Geschäftsführer Josef Koinig, "wir wollten den ORF als den Sender zeigen, der unser Zuhause ist.“

Dass Stermann und Grissemann sich darüber lustig machen? "Das ist super. Nichts ist schlimmer als Werbung, über die niemand spricht.“


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