Wie gedruckt

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 22/13 vom 29.05.2013

Pressekolumne

Das, was vom einstigen Rennbahnexpress noch übrig war, wird begraben. Zeit, eine melancholische Träne zu verdrücken. Denn der Rennbahnexpress war schon ein Stück genuin heimische Zeitschriftengeschichte. Wolfgang und Helmuth Fellner hatten ihn 1968 als Schülerzeitung erfunden, retrospektiv war er ihr bestes Produkt.

Zuletzt ging es nur mehr bergab. Der Name Rennbahnexpress? Zu provinziell, vor sieben Jahren auf Xpress verstümmelt. Im Juni erscheint noch eine Printausgabe, danach siecht er nur mehr online dahin. Ein Begräbnis erster digitaler Klasse.

Vermissen werden wir diesen Xpress dennoch nicht. Die Mai-Ausgabe ist voll mit beliebigen Star- und Möchtegernstargeschichten, die man alle schon kennt. Einziger Austro-Rocker: Elija, weil der sang bei der Party des Mama-Blattes Woman. Dazwischen anzeigenorientierte Content-Häppchen und eine verschwitzte "Alles über die Vagina“-Seite.

Trotzdem ein stilles Servus zum Abschied.


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